Nachruf auf Robert Jäger: Große Verdienste um OHG und GHV

Robert Jäger hat sich ganz stark um den Jugendaustausch am OHG und damit für die Region eingesetzt. Er konnte dabei die aktive und auch finanzielle Unterstützung durch die Stadt Furtwangen gewinnen, die diese Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens von Menschen und Kultur anderer Länder als Ausgleich für eine nicht bestehende offizielle Städtepartnerschaft sehr begrüßte. Schon in den späten Sechzigern als Begleitlehrer bei den Colne-Austauschen dabei, brachte er 1989, als die Ost-West-Trennung noch nicht in Frage stand, die Schulpartnerschaft mit dem ungarischen Györ auf den Weg. Unter anderem referierte in den Zeiten des nahenden Umbruchs, im Oktober 1989, der Chefredakteur einer ungarischen Zeitung vor Oberstufenschülern am OHG über die damaligen Veränderungen im Osten und speziell über den Wandel in Ungarn. Der dann zustande gekommene Austausch bestand von 1992 bis 2000 unter der Obhut von Robert Jäger. Im Juli 2001 wechselte er in den Ruhestand.

Im Jahr 1999 starb die alte »Arche«-Wirtin Martha Fleig, geborene Bob, die ihr Haus der Stadt Furtwangen vererbte. Es folgten längere Beratungen, was mit dem Haus anzufangen sei, wie es genutzt werden könnte und wie die Renovierung zu finanzieren sei. Bei all dem Hin und Her trat Robert Jäger immer für die Einrichtung als Museum ein, bis mit Mitteln der EU, des Landes und der Stadt Furtwangen und zahlreichen privaten Spenden Renovierung und Umgestaltung des Gasthauses durchgeführt werden konnten. Dabei half dem Verein sehr, dass Robert Jäger in der Bevölkerung bekannt und beliebt war.

Am 15. Oktober 2005 wurde das Museum »Gasthaus Arche« schließlich im Beisein des Regierungspräsidenten Dr. Sven von Ungern-Sternberg eröffnet und von Stadtpfarrer Josef Beha gesegnet. Seit dem Jahre 2006 kann in der »Arche« wieder dem Klang eines Orchestrions gelauscht werden. Robert Jäger konnte miterleben, wie das Museum Aushängeschild der Stadt wurde und Ansehen über die Stadtgrenzen hinaus gewann.

Parallel zur Arbeit im Verein beschäftigte sich Robert Jäger mit der Stadtgeschichte und verfasste für den 2. Band der Stadtchronik das Kapitel »Die Weimarer Republik – Niedergang und Neubeginn: In den Wirren einer schweren Zeit« (Furtwangen 2009, S. 172–250).

Nach seiner Amtszeit wurde Robert Jäger zum Ehrenvorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins Furtwangen e. V. ernannt – er hat sich um den Verein und die Stadt Furtwangen verdient gemacht, sein Wirken sei unvergessen. Der Verein trauert mit seiner Frau Hiltrud, den Söhnen Martin und Uli und deren Familien.

(Gerhard Buchmann, Rolf Wehrle)