Johann Baptist Kirner 1806–1866. Ausstellungskatalog

Ausstellungskatalog »Johann Baptist Kirner« Der Großherzoglich Badische Hofmaler und Genremaler des Biedermeier Johann Baptist Kirner zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten Furtwangens. Aus Anlass seines 150. Todestages hat der Geschichts- und Heimatverein Furtwangen e. V. ihm eine Ausstellung mit diesem Katalog gewidmet.

Johann Baptist Kirner wurde 1806 im Uhrmacherdorf Furtwangen im Schwarzwald geboren. Sein älterer Bruder und sein Vater erkannten sein zeichnerisches Talent und ermöglichten ihm den Besuch der Augsburger Kunstschule. Es folgte ein fünfjähriges Studium an der Königlich Bayerischen Akademie und eine kurze Phase als freischaffender Künstler in seinem Heimatort Furtwangen. In der nahgelegenen Schweiz beeindruckte ihn in einem  Bauernhaus ein Schweizer Grenadier, der einer lauschenden Zuhörerschaft seine Erlebnisse aus der Juli-Revolution schilderte. Aus dieser Begegnung malte er 1831 das farbenfrohe Gemälde »Ein Schweizer Grenadier«. Dieses Gemälde zählt zu den besten der deutschen Genremalerei der dreißiger Jahre und machte ihn berühmt. Großherzog Leopold honorierte diese Leistung mit einem Stipendium für einen Studienaufenthalt in Rom. Dort teilte Johann Baptist Kirner ab 1832 das Atelier mit seinem Freund Franz Xaver Winterhalter. Fünf Jahre später verließ er die römische Künstlerszene wegen einer Choleraepidemie und reiste 1838 nach Wien. Dort  erhielt er viele Aufträge, musste aber seinen Aufenthalt abbrechen, um zu seiner sterbenden Mutter zu reisen. Daraufhin hielt er sich für einige Zeit in Furtwangen auf und malte das große, figurenreiche Gemälde »Die Preisverteilung«, welches  Großherzog Leopold kaufte. Wieder in München, erreichte ihn 1839 die Ernennung zum Badischen Großherzoglichen Hofmaler. 1842 bis 1844 verlegte er seinen Wohnsitz nach Karlsruhe, zog aber nach zwei Jahren wieder nach München. Dort entstanden die meisten seiner Hauptwerke. Etwa 18 seiner heiteren Kompositionen wurden von kunstfertigen Stechern und Zeichnern vervielfältigt. Die Revolutionsjahre 1848/49 hielt er in mehreren Bildern und vielen Skizzen fest. 1856 ernannte ihn die Akademie der Künste in München zum Ehrenmitglied. Gesundheitlich angeschlagen lebte er ab 1865 in Furtwangen und schloss am 19. November 1866 für immer seine Augen. Auch nach seinem Tode wurden viele seiner Werke ausgestellt, u. a. bei der Internationalen Kunstausstellung in München 1888 und bei der Jahresausstellung in Berlin 1906.

ISBN 978-3-00-054879-6, 140 Seiten, 2016

Preis: 
14,00 €