Reisegedichte erheitern Zuhörer

Ronald Holzmann in der Arche, Foto: Buchmann/Schwarzwälder Bote Furtwangen (hb). Während an einem Abend Gewitter und Wind den Furtwanger Sommer verdrängt hatten, durften sich die Arche-Besucher bei wohliger Stubenwärme in die sonnige Mittelmeerwelt entführen lassen.

Ergänzend zur Ausstellung »Wälder reisen« war Ronald Holzmann gekommen. Er ist ein waschechter Furtwanger, der mit seinen höchst vergnüglichen Reisegedichten durchaus nicht nur die allbekannten Sehenswürdigkeiten der beliebtesten Ferienregionen besingt, sondern hie und da auch die Auswüchse des Urlaubsrummels aufs Korn nimmt. Markante Namen und Ereignisse tauchen auf und so mancher Zuhörer beginnt im längst verschüttetet geglaubten Schulwissen zu kramen.

Holzmann erweist sich als Meister des Limericks, dessen Pointen bisweilen Gernhardsche Frechheit erreichen. Für die mehrstrophigen Gedichte, bekennt er freimütig, hat er sich gelegentlich »die Feder Eugen Roths (Ein Mensch) oder die Heinz Erhardts ausgeliehen«.

Zum vollen Genuss des Abends trug die Bilderschau bei, denn in seinem Freund und Kollegen Manfred Schill hat Ronald Holzmann einen kongenialen Illustrator gefunden. Dass der ehemalige Musiklehrer Holzmann dem Thema »Arena Verona« besonders reichhaltige Beiträge widmet, wundert nicht. Da gibt es sogar eine Regenwetter-Fassung zur Aida, war an diesem Abend zu erfahren.

Zum Glück wurden Texte und Bilder in einem Büchlein festgehalten, das obendrein noch eine Anleitung zum Selberdichten bietet.

aus: Schwarzwälder Bote vom 6.7.2017