Aktuelle Ausstellung: Handwerk – Kunst?

 Kleiekotzer, polychrom verfasst, wohl Kinzigtal/Ortenau, Unikat, historisch original Schwarzwälder Raritäten aus privaten Sammlungen und Beständen des Vereins.

Wie weit Handwerk dem Begriff Kunst zugeordnet werden kann, sei dem Betrachter überlassen. Fest steht: Staunenswerte Kunstfertigkeit haben die Schwarzwälder Handwerker bewiesen in den Jahrhunderten vor der Erfindung des Kunststoffs!

War es der Ansporn, den der Landesvater im 19. Jahrhundert gab, als er mitten im rauen Wald eine Uhrmacherschule gründen ließ »zur Hebung des Geschmacks«? Als ganz und gar nicht einengend erwies sich die Eisenlohr-Idee der geschnitzten Bahnhäusle-Uhr. Denn die Präzisionsarbeit, die schon das Räderwerk der Holzuhren erfordert hatte, kam auch der kunstvollen Ausgestaltung der Gehäuse zugute. Und bei der Schnitzerei waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Dass um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Strohflechtkunst noch größere wirtschaftliche Bedeutung hatte als die Uhrmacherei, ist heute kaum jemandem mehr bewusst. Aus dem Hausgewerbe (vorwiegend von Frauen ausgeübt) wurde Industrie, die sich bald global vernetzte. Genau wie es der Uhrenindustrie gelang, dank der Uhrenträger, die in alle Welt Verbindung geschaffen hatten, schon seit dem 18. Jahrhundert.

Eine weitere Sparte der Ausstellung widmet sich der Keramik: von riustikalen Gefäßen bis zur feinen Majolika sind Objekte aus Schramberg, Zell am Harmersbach und die individuell gestalteten Werke von Jenny Guttenberg aus Furtwangen zu sehen.

(Die Abbildung zeigt ein Exponat aus der Ausstellung: Kleiekotzer, polychrom verfasst, wohl Kinzigtal/Ortenau, Unikat, historisch original)

Ausstellungsdauer: 10.3.2019 bis 27.10.2019