Stubete, Speck, Sproch und Musik

Ein launiges Hoch auf Speck und Sproch der Heimat

Bittersüßer Heimatabend mit Martin Wangler füllt die Arche in Furtwangen mit 50 begeisterten Gästen

(Von Klaus Wild, Südkurier vom 21.3.2015)

Ein launiges Hoch auf Speck und Sproch der Heimat, Foto: Südkurier Günter Besenfelder strahlte. Sein Coup, einen z' Liächtgang mit dem bekannten Komödianten und echten Schwarzwälder Hochgewächs Martin Wangler alias Fidelius Waldvogel im Museumsgasthaus Arche anzubieten, hatte voll eingeschlagen: „In drei Tagen waren die 50 Karten verkauft“.

Der Untertitel „Speck, Sproch und Musik“ war wörtlich zu verstehen, denn die zwei Vortragsteile des Entertainers aus Breitnau rankten sich um ein zünftiges Speckvesper. Das „Hau tu jus“ – denn des Englischen ist „Häppi Forest Börd“ durchaus mächtig – hatte er etwa anwesenden „Muschelschubsern“, auch als Nordlichter bekannt, in einem „Kräschkurs“ beigebracht. Da mühten sich dann auch von nördlich der Linie Karlsruhe-Nürnberg Stammende redlich, um auf dem Brettle hauchzarte Scheibchen des Schwarzwälder Grundnahrungsmittels mit dankenswert scharfen Messern abzuschneiden. Sehr anschaulich präsentierte Fidelius zuvor szenisch, wie eine fette Sau zum ebensolchen Nahrungsmittel wird.

Dass der Kulturträger Schbroch hier auch hochmoderne Botschaften transportieren kann, bewies der Fidelius, von manchen Reigschmeckten sächlich fehlinterpretiert, mit seinem Exkurs in die Tourismuswerbung. Trotz ständiger Kalorienbombardierung mit Speck steige die Körpertemperatur des echten Schwarzwälders nicht über 32 Grad. Folgt man dem Sprachforscher, wirkt sich die Umgebungstemperatur auch auf den Sprachschatz aus, der im Wesentlichen aus „hä“, „nai“ und „wa witt“, garniert mit allen möglichen Kombinationen der Exklamationszeichen, zu bestehen scheint.

Musikalisch führte der vielsaitige Komödiant mit wohlvertrauten Melodien auf Akkordeon und Klampfe sein Publikum auf manches verbale Glatteis. Grobe Hymnen, freche Shantys und Lieder zum Mitsingen gipfelten in der Zugabe auf dem Fuerzfässli, wo der Schwarzwald-Beo die Alemannentümelei mit einer gerappten Version von Hebels Städtegedicht noch einmal kräftig auf die Schippe nahm.

Donnerstag, 19. März 2015 - 19:00 Uhr