Vereint im Verein

Vereine prägen das Leben jeder Gemeinde mehr als oft angenommen wird. Im zehnten Jahr seines Bestehens hat das Museum Gasthaus Arche den Blick auf die Geschichte der Furtwanger Vereine gerichtet. 30 von 80 Vereinen und Clubs, die im Jahr 1973 bereits existierten, sind vertreten. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade die Teilorte der Stadt Furtwangen angegliedert worden, die damit über 11000 Einwohner zählte.

Die drei Ausstellungsräume sind thematisch gegliedert:
»Unser Turnvater« Oskar Furtwängler, der Gründungsvater des Turnvereins Raum Sport lädt an der Tür mit dem Bild eines bärtigen alten Herrn, der in Furtwangen immer als Turnvater Jahn bezeichnet wurde. Es handelt sich in Wahrheit um einen der Gründungsväter des Turnvereins 1872, der hier mit überwältigender Bilderfülle seine markantesten Ereignisse darstellt. An der nächsten Wand folgen der Kraftsportclub, der Skiclub und – mit Uralt- Sportgeräten drapiert – die Skizunft Brend.
Weniger Fläche nimmt der Radsportverein in Anspruch; seine Glanzzeiten liegen denn auch weit  in der Vergangenheit.
Der Tennisclub, 1920 bereits gegründet, ist einer der ältesten seiner Art im  Land. Die Stationen der Spielstätten und Vereinsturniere sind samt Pokalen und Urkunden zu bestaunen, bevor  daneben der Fußballclub von 1907 mit seiner wechselvollen Geschichte und  den derzeitigen Plänen und Aktionen vor allem mit den Jugendmannschaftsbildern seine  Ausstellungsfläche füllt.

Tuba der Stadtkapelle Raum Musik, markiert durch eine Tuba in der Mitte, wird beherrscht von Bildern und Objekten des ältesten Vereins: Gesangverein Arion 1838. Kostbare Vereinsfahnen zeugen von der für das 19. Jahrhundert typischengesellschaftlichen Spaltung in Arbeiter- und Bürgerschicht. Zwei Chöre bestanden nämlich schon seit der Mitte des Jahrhunderts, fanden aber erst 1938 zusammen. Auch wird sichtbar, dass Chorgesang die längste Zeit nur Männern vorbehalten war.
Die Stadtkapelle, die sich aus einer Feuerwehrkapelle entwickelt hat, konnte bereits zur Gründung auf professionell ausgebildete Bläser und Dirigentenzurückgreifen. Die Herstellung von Musikautomaten – um 1860 bereits in voller Blüte – setzte solide praktische Musikkenntnisse voraus, die schon um diese Zeit von einer Kreismusikschule in Furtwangen gelehrt wurden. Die bedeutendsten Dirigenten und Vereinsvorstände sind im Bild vorgestellt, dabei ist nicht zu übersehen, dass manche sowohl im Chor als auch in der Stadtkapelle eine große Rolle gespielt haben (Beispiel: Alois Huber, der in drei Vereinen Dirigent war!).
Letzteres gilt auch für Otto Dufner, der Jahrzehnte lang das Schwarzwald-Harmonika-Orchester wie auch die Schönenbacher Musikkapelle geprägt hat.
Der Zitherclub spielt für das Museum Gasthaus Arche eine besondere Rolle, war doch ihr bedeutendster Wirt Christian Bob selbst Zitherspieler, dessen Instrument hier zu sehen ist.
Dass der Cäcilienverein, wie beinahe alle katholischen Kirchenchöre, nach der Schutzheiligen der Musik benannt, seine Entstehung und Prägung dem Kulturkampf im 19. Jh. verdankt, wird hier erläutert.
Erstaunlich bedeutend und eigenständig  präsentiert sich der Harmonika-Spiel-Verein »Wälderbuebe« aus Linach mit seiner unlösbaren Verquickung mit dem Laienspieltheater.

Der Kolpingverein stellt sich vor Raum Soziales stellt die wenig im Bewusstsein der Öffentlichkeit wahrgenommenen Vereine wie die Kolpingfamilie sowie den Behindertensport in den Vordergrund, gefolgt von der Arbeiterwohlfahrt, der Sozialstation sowie den Gruppen, die für den Tourismus eine große Rolle spielen wie Schwarzwaldverein, Naturfreunde und Bergwacht.