Gestaltung - Handwerk - Kunst

Kaffeegeschirr von Jenny Guttenberg

Alte Künstler und junge Designer beherbergt die Winterausstellung »Gestaltung, Handwerk, Kunst« in der Arche. Im zehnten Jahr seines Bestehens wagt das Museumsgasthaus eine ungewöhnliche Schau, ohne aber die Museumsgrundsätze des Sammelns, Bewahrens und Zeigens zu verlassen.

Zum Bewahren der Heimat gehöre der Einkauf beim örtlichen Einzelhandel, meinte Ausstellungsmacherin Elke Schön während der Vernissage am Donnerstagnachmittag. Und schlug den Bogen zu den modernen Exponaten: Wer wisse schon um bisher unentdeckte Einkaufsmöglichkeiten auf den Furtwanger Straßen? Diesen Nachholbedarf stillen nun ausgestellte Arbeiten junger Handwerker und Designer, die mit dem Heimatbezug für ihre Produkte werben. So sind in einem Schauraum Frank Rimbrechts flotte Hirschgeweihe und Holzinstallationen neben knallig-coolen Shirts aus der Kollektion des gerade eröffneten Waldwerk- Ladens von zu sehen. Praktisch zu nutzende Holzkunst steuert in einer anderen Ecke Martin Schwer bei. Ein echter Hingucker ist sein »Bankbesitz«. Erinnerungen kommen auf bei dem Service, das auf einer Kommode drapiert ist. Es wurde von Jenny Guttenberg getöpfert, die in den 1970ern und 1980ern für viele Furtwanger Familien Geschirr herstellte. Schmuckstücke von Regina Rieber und auf Torsos gezogene Sweatshirts, T-Shirts und Mützen aus der Produktion von Jochen Scherzingers Gütenbacher Label »Artwood« sind im nächsten Raum zu entdecken. Außerdem faszinieren zart gezeichnete Knollengesicher auf Holz. Diese Waldgeister steuerte Coco von Sanders ebenso wie Exponate ihrer Landgeschirr-Serie bei.

In Kommission zu verkaufende Gemälde von Heinrich Gutjahr, Karl Rieber und anderen machen den dritten Ausstellungsraum im Obergeschoss zur Bildergalerie. Ob die Vorbesitzer nun keinen Platz oder keine Verwendung hatten: Die alten Werke haben die Chance auf ein neues Leben. Die junge Pianistin Sarah Schirmaier begleitete die Vernissage mit zwei Stücken auf dem Orchestrion.